Das Akronym LADA-Diabetes ist eine medizinische Sonderform eines Diabetes mellitus und steht für Late onset Autoimmune Diabetes in the Adult. Übersetzt bezeichnet dieser Begriff einen verzögert (in späteren Lebensjahren) auftretenden Autoimmundiabetes beim Erwachsenen. In der Masse der Typ-2-Diabetiker verbergen sich wahrscheinlich ein Zehntel Diabetiker, die an einem „autoimmun“ verursachten Insulinmangeldiabetes, also einem LADA leiden, jedoch als Typ 2 Diabetiker fehlklassifiziert werden.

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines LADA-Diabetes sind nicht geklärt. Ähnlich wie beim Typ-1-Diabetes vermutet man, dass durch bislang unbekannte Ursachen (Erkrankung, Viren, Umweltgifte) ein Autoimmunprozess in der Bauchspeicheldrüse in Gang gesetzt wird, der zur Zerstörung der Betazellen führt. Im Unterschied zum Typ-1-Diabetes dauert dieser Autoimmunprozess von Beginn bis zur endgültigen Zerstörung der Inselzellen beim LADA-Diabetes meist erheblich länger.


Charakteristische Merkmale, die für einen LADA-Diabetes sprechen, sind:

  • relativ junges Alter bei der Diagnose eines Typ-2-Diabetes (<50 Jahre)
  • niedriger Body Mass Index (BMI <25 kg/m²)
  • Anzeichen weiterer Autoimmunreaktionen
  • Familienanamnese von Autoimmunerkrankungen
  • gutes Ansprechen auf Insulin
  • rascher Wirkverlust oraler Antidiabetika
  • niedrige C-Peptid- und Insulinspiegel im Blut

Beweisend für einen LADA-Diabetes ist der Nachweis von Diabetes-spezifischen Antikörpern im Serum oder im Kapillarblut. Die Diagnose kann nur in der Kombination anamnestischer und klinischer Befunde zusammen mit einem positiven Antikörpertest gestellt werden.

Betroffene Patienten sollten frühzeitig auf eine Insulintherapie eingestellt werden.

Sollten wir bei Ihnen aufgrund anamnestischer und klinischer Parameter den Verdacht auf einen LADA-Diabetes haben, werden wir eine entsprechende Labordiagnostik (Bestimmung von C-Peptid und Antikörperdiagnostik) in die Wege leiten, um Ihnen im Anschluss die optimale Therapie anbieten zu können.