Beim Typ 1 Diabetes liegt ein „absoluter“ Insulinmangel vor. Es handelt sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einem Untergang der Betazellen (Langerhans-Zellen) in der Bauchspeicheldrüse kommt. Das körpereigene Immunsystem, das in erster Linie der Abwehr krankmachender Keime dient, richtet sich dabei gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und zerstört diese. Die Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt, eine spezifische Therapie, die den Autoimmunprozess aufhalten kann, steht bis dato leider nicht zur Verfügung.

Betroffene Patienten bilden in der Folge kein oder kaum noch körpereigenes Insulin und sind daher zwingend auf die Insulingabe von außen angewiesen, um akute Stoffwechselentgleisungen und Folgeschäden zu verhindern.

In Deutschland leiden etwa 0.4% der Bevölkerung (ca. 300.000 Einwohner) an einem Typ-1-Diabetes, die Hälfte aller Patienten davon erkrankt bereits im Alter von unter 20 Jahren.

Die Krankheitsform ist für 90% aller Diabetesfälle bei Kindern und Jugendlichen verantwortlich und die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Der Erkrankungsgipfel liegt in der Pubertät im Alter zischen 10-15 Jahren, die Erkrankung kann aber in jedem Lebensalter auftreten. Bei Erwachsenen sind nur etwa 5% der Diabeteserkrankungen dem Typ-1-Diabetes zuzuordnen. Weltweit zeigt sich eine Zunahme der Häufigkeit der Erkrankung, in Deutschland steigt die Rate der Neuerkrankungen derzeit um 3-5% jährlich an. Die Ursache hierfür ist unklar und Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen. Vermutet wird ein Einfluss von Umweltfaktoren, Art und Zusammensetzung der Ernährung im Säuglingsalter, sowie andere Einflüsse auf das Immunsystem.

Krankheitssymptome treten erst auf, wenn die körpereigene Insulinproduktion so stark eingeschränkt ist , dass aufgrund des „absoluten“ Insulinmangels die Blutzuckerwerte ansteigen.


Typische Krankheitssymptome bei Erstmanifestation der Erkrankung sind:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Gewichtsabnahme
  • starker Durst
  • vermehrter Harndrang
  • Sehstörungen
  • Muskelschwäche

Die Therapie des Diabetes mellitus Typ 1 erfolgt immer mit Insulin, meist im Sinne einer intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) nach dem Basis-Bolus-Prinzip. Neben der Gabe eines lang wirkenden Verzögerungsinsulins (Basis) erfolgen mahlzeitenbezogene Gaben eines kurz wirksamen Insulins (Bolus).  

Die intensivierte konventionelle Insulintherapie lässt sich herkömmlich per Insulinpen oder Spritze durchführen oder mit einer Insulinpumpe. Bei Verwendung einer Insulinpumpe spricht man von einer CSII (continuous subcutaneous insulin infusion), die nur mit kurz wirksamen Insulin durchgeführt wird, welches kontinuierlich abgegeben wird.

Die CSII kommt nur bei Patienten zum Einsatz, die im Umgang mit der ICT bestens vertraut und geschult sind und bei denen es medizinische Gründe für den Einsatz einer Insulinpumpe gibt.

In der Regel sprechen wir Sie im Rahmen Ihrer Behandlung gezielt darauf an, wenn wir denken, dass eine CSII bei Ihnen die bestmögliche Behandlungsoption ist. Bitte zögern Sie nicht, uns ggf. gezielt auf diese Behandlungsform anzusprechen, wir erläutern Ihnen gerne, welche Voraussetzungen für eine CSII erfüllt sein müssen und helfen Ihnen gerne bei der Beantragung einer Insulinpumpe.